British Open vom 19.-26. Mai 2013

Unbelohnte Aufholjagd in der 1. Qualifikationsrunde gegen die Weltnummer 25

Ich freute mich sehr auf das British Open, gehört es doch zu den höchst dotierten Turnieren auf der Damen Tour. Vor einem Jahr konnte ich mich fürs Hauptfeld qualifizieren. Damals war meine Ausgangslage besser, weil ich in der Qualifikation zu den gesetzten Spielerinnen gehörte. Dieses Jahr war ich, aufgrund meines schlechteren Rankings, ungesetzt. Dazu kam noch etwas „Lospech“, denn ich durfte gleich gegen die beste Spielerin der Qualifikation ran, d.h. ich spielte gegen Joshna Chinappa aus Indien und momentan die Nr. 25 der Welt. Wir spielten bereits vor 3 Jahren innert kurzer Zeit 2 Mal gegeneinander und beide Male behielt sie klar die Oberhand. Doch in den letzten Jahren habe ich mich und sie sich entwickelt, so dass ich sehr optimistisch ans Werk ging.

Nun mein Vorsatz war, sie wirklich tief in die hinteren Ecken zu drängen, die Bälle gerade zu halten, damit sie nicht ihr präzises Angriffsspiel aus dem Handgelenk zaubern konnte. Das misslang mir zu Beginn völlig und ich war rasch 2-9 hinten. Ich biss mich aber super rein und kam noch auf 8-9 ran, bevor sie den Sack doch noch zumachen konnte. Der 2. Satz war anfangs ausgeglichen bis ich meinem Spielplan untreu wurde und ihr zu viele Bälle durch die Mitte (schlechte Crosscourts) und gab und ungeduldig agierte. Nach guten 15 Minuten war ich schon 0-2 im Rückstand. Ich wusste, was ich ändern musste und ich konnte das umsetzen. So langsam aber sicher war ich es, die die Ballwechsel gestaltete, das Tempo machte und sie auf dem Platz rumhetzte. Der Lohn war die Verkürzung auf 1-2. Es war nun wirklich sehr ausgeglichen und ein Kopf an Kopf Rennen. Gegen Satzende zog sie auf 10-7 davon und hatte 3 Matchbälle. Ich konnte alle 3, auch mit ihrer Hilfe und Ungeduld abwehren und gewann 12-10. Gerne hätte ich an diese Leistung in Satz 4 angeknüpft, aber ich war leer. In wenigen Minuten hatte ich Satz 5 mit 3-11 verloren.

Einerseits bin ich natürlich sehr enttäuscht nach der Aufholjagd doch klar noch verloren zu haben, andererseits gibt es mir Moral, dass ich noch aufholen konnte, obwohl es mir nicht immer optimal lief. Zudem bin ich nah dran, es hat einfach (NOCH) nicht gereicht.

Jetzt heisst es, kleine Pause machen, die Ferien geniessen und dann wieder Aufbautraining bevor es international weitergeht. Wann das sein wird, weiss ich noch nicht, da der Turnierkalender an Turnieren noch recht dürftig bestückt ist. Ich brenne jedoch drauf, bald wieder gegen die anderen Topspielerinnen antreten zu können!

Bis dahin

Eure Gaby